Welche Dateiformate werden akzeptiert?
Wir akzeptieren vier Formate: **STL**, **STEP**, **OBJ** und **3MF**.
**STL** (Standard Tessellation Language) ist das weitverbreitetste Format im 3D-Druck. Fast jede CAD-Software kann STL exportieren. Wichtig: Exportieren Sie mit ausreichend hoher Auflösung (empfohlen: Winkeltoleranz ≤ 0,5°, lineare Toleranz ≤ 0,1 mm), damit Krümmungen glatt dargestellt werden.
**STEP** ist das bevorzugte Format für technische Teile. Es speichert exakte Geometrien ohne Triangulierungsfehler und ermöglicht es uns, die Datei bei Bedarf zu skalieren oder kleinere Anpassungen vorzunehmen, ohne Qualitätsverluste. Wenn Maßhaltigkeit für Sie kritisch ist, verwenden Sie STEP.
**OBJ** wird meist aus 3D-Sculpting-Programmen wie ZBrush oder Blender exportiert. Es eignet sich für organische Formen und Kunstobjekte, ist aber für technische Teile weniger ideal als STEP.
**3MF** ist ein neueres Format, das neben der Geometrie auch Farb- und Materialinformationen speichern kann. Viele moderne Slicer-Programme verwenden es intern. Es ist eine gute Alternative zu STL.
Haben Sie keine CAD-Datei? Kein Problem – schicken Sie uns ein Foto, eine Handskizze oder eine technische Zeichnung per WhatsApp. Wir prüfen, ob wir die Geometrie aus Ihren Unterlagen ableiten oder Ihnen bei der Erstellung helfen können.
Wandstärken: Minimum und Empfehlungen
**Mindest-Wandstärke für FDM**: In der Regel empfehlen wir mindestens **1,2 mm** für tragende Wände (entspricht zwei Perimeterlinien bei einer Düsengröße von 0,4 mm) und mindestens **0,8 mm** für rein sichtbare, nicht belastete Bereiche. Darunter liegende Wände können im Druck fehlerhafte oder instabile Ergebnisse liefern.
**Praktische Faustregel**: Wenn Sie mit dem Daumen auf Ihre Wand drücken würden und erwarten, dass sie hält – dann ist 1,5–2 mm die richtige Wahl. Wände unter 1 mm sind für FDM-Druck grundsätzlich problematisch.
**Feine Details**: Kleine Vorsprünge, Gravuren und Textelemente unter 0,5 mm werden oft nicht korrekt reproduziert. Schrift und Logos sollten mindestens 0,6 mm Höhe und 0,5 mm Breite haben, um klar erkennbar zu sein.
**Innengeometrien**: Bohrungen mit weniger als 1,5 mm Durchmesser werden im FDM-Druck häufig geschlossen oder verformt. Für präzise Passlöcher empfehlen wir, 0,1–0,2 mm Spielraum zur Nennmaß-Seite hin einzuplanen und das Loch nach dem Druck gegebenenfalls aufzubohren.
Toleranzen und Passungen
FDM-Druck ist kein Präzisionsverfahren im Sinne der mechanischen Bearbeitung. Typische Maßabweichungen liegen bei **±0,2–0,3 mm** in X/Y-Richtung und ±0,1–0,2 mm in Z-Richtung. Diese Werte können je nach Geometrie, Material und Druckgeschwindigkeit variieren.
**Passungen konstruieren**: Wenn zwei Teile aufeinandergesteckt oder ineinander geschraubt werden sollen, planen Sie folgendes ein: - Schiebepassung: 0,2–0,3 mm Spielraum pro Seite - Presspassung: 0,0–0,1 mm Spielraum - Gewindeeinsätze (Helicoils): Empfohlen für häufig geöffnete Schraubenverbindungen in Kunststoff
**Schrumpfung**: Beim Abkühlen nach dem Druck schrumpfen Teile leicht. Bei ABS und Nylon ist dieser Effekt ausgeprägter als bei PLA oder PETG. Für größere Teile (über 100 mm Kantenlänge) in ABS oder Nylon empfehlen wir, die kritischen Maße um 0,3–0,5 % zu korrigieren.
**Erster Druck als Passformtest**: Bei komplexen mechanischen Baugruppen empfiehlt es sich, zunächst einen kleinen Ausschnitt (z. B. ein Passstück) zu drucken und zu prüfen, bevor das gesamte Teil gedruckt wird.
Überhänge, Stützstrukturen und Ausrichtung
**Überhänge**: FDM-Drucker benötigen für Überhänge über ca. 45° zur Horizontalen eine Stützstruktur, die nach dem Druck entfernt wird. Stützstrukturen hinterlassen Spuren auf der Oberfläche und erhöhen den Materialverbrauch. Wenn möglich, konstruieren Sie Ihr Teil so, dass Überhänge vermieden oder durch Fasen (Chamfer, 45°) und Verjüngungen ersetzt werden.
**Brücken**: Horizontale Verbindungen (Brücken) zwischen zwei Auflagepunkten können ohne Stützstruktur gedruckt werden, wenn die Brückenbreite unter ca. 50 mm liegt. Darüber sollten Sie eine Stützstruktur einplanen oder die Geometrie anpassen.
**Druckorientierung**: Die Ausrichtung des Teils auf dem Druckbett hat großen Einfluss auf Festigkeit, Oberflächenqualität und Nachbearbeitungsaufwand. FDM-Teile sind in Z-Richtung (Schichtrichtung) schwächer als in X/Y-Richtung. Wenn Ihr Teil eine Vorzugslastrichtung hat, orientieren Sie es so, dass diese Kraft quer zur Schichtrichtung verläuft.
**Flache Basis**: Teile mit kleiner Auflagefläche und hohem Schwerpunkt können während des Drucks kippen. Wenn Sie eine solche Geometrie konstruieren, erwägen Sie, eine breite Basis oder temporäre Verbindungsstege in Ihre Datei einzubauen, die Sie nach dem Druck absägen.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
**Nicht-wasserdichte Geometrien (Non-manifold)**: STL-Dateien müssen „wasserdicht" sein – jede Kante muss von genau zwei Flächen begrenzt sein. Öffnungen, doppelte Flächen oder fehlende Polygone führen zu Fehlern im Slicer. Prüfen Sie Ihre Datei mit Tools wie Meshmixer (kostenlos), PrusaSlicer oder netfabb. Die meisten CAD-Programme bieten eine „Modell reparieren"-Funktion an.
**Falsche Einheiten**: Stellen Sie sicher, dass Ihre Datei in Millimetern exportiert wird. Inches-Exporte werden um den Faktor 25,4 zu groß oder zu klein. Prüfen Sie die Abmessungen nach dem Export.
**Zu hohe Auflösung in STL**: STL-Dateien mit extrem vielen Dreiecken (über 10 Millionen) können Slicer-Software überlasten, ohne dass sich die Druckqualität verbessert. Exportieren Sie mit moderater Auflösung (0,1–0,01 mm lineare Abweichung).
**Zu kleine Teile**: Teile unter 5 mm in der kleinsten Dimension sind für FDM-Druck kritisch. Kleine, freistehende Elemente können sich während des Drucks lösen. Prüfen Sie, ob das Teil mit FDM sinnvoll hergestellt werden kann – bei Bedarf beraten wir Sie.